20. August 2007

Überleben

DSC03560 Verdammt früh wars ja wieder mal, als Dave und ich vor unserem Hotel stehend auf Frosti, Mahagony, Hawk und Dom warteten. Diese vier waren unsere auserwählten Träger und sind im Zoo in der Lama-Abteilung zu finden. Um 5 Uhr morgens wurden wir von Gregg, unserem Führer, und Alan, einem weiteren ortsansässigen Arbeitskollegen samt Lamas abgeholt und Richtung Rocky Mountains kutschiert.

Mit uns zwei Touristen an Bord wurde die Route über den Cottonwood Pass und vorbei an Seen gewählt, ein willkommener Einstieg ins Rucksack-Abenteuer. Die Schönheit der Natur hatten wir dann allerdings mit 45 Minuten Umweg bezahlt und somit sassen wir total dann erst einmal 5 Stunden zu viert eingeengt im 18 Jahre alten Pick-up Truck. Ob man dank der dünnen Luft auf 3600 Meter über Meer ein wenig mehr Platz im Auto hat, habe ich nicht herausgefunden.

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Angenommen Du befindest Dich gerade auf dem Weg ins Gebirge und sehnst Dich nach einem dicken, fetten Wurm. Wo würdest Du ihn am ehesten bekommen? In der Tiefkühltruhe der nächsten Tankstelle natürlich! Na ja, für mich war das nicht so selbstverständlich, aber so sind wir dann zu unserem Angelköder gekommen. Etwas schleierhaft fand ich auch, dass die Berge Namen wie Harward, Yale und Princeton hatten.

Irgendwo im hintersten Winkel einer unbenannten Seitenstrasse dann haben wir unseren Wagen abgestellt und die letzten Reisevorbereitungen getroffen, sprich die Lamas beladen. 30 Pound pro Satteltasche (ca. 13.6kg) war dann das angestrebte Ziel, der Rest musste auf den eigenen Buckel. Die Lamas können zwar durchaus mehr tragen, aber entsprechend langsamer hätten wir dann aber marschieren müssen. Und wer will schon genug Zeit haben, die Landschaft anzusehen?

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Wichtig war, dass das Bier schön auf beide Tragtaschen gleich verteilt wurde. Dasselbe galt dann für den Wein und den Rest der Campingausrüstung. Dann jedem ein Lama in die Hand gedrückt und schon gings los. Aufwärts. Aufwärts durch Wälder, aufwärts durch Wiesen, aufwärts durch Bäche. Die Natur zeigte sich jedoch von ihrer schönsten Seite mit Sonne, blauem Himmel und bezaubernden Landschaften.

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Unsere haarigen Freunde stellen sich als äusserst angenehme und willige Zeitgenossen heraus, so dass wir zügig und ohne nenneswerte Zwischenfälle vorwärtskamen. Nun ja, das galt zumindest für unseren Trupp. Von Zeit zu Zeit entgegenkommende Reitergruppen sahen das wohl etwas anders, denn der Anblick unserer Lamas war den Pferden nicht geheuer. Entsprechend konnten diese nur geführt und in einigem Sicherheitsabstand dazu überredet werden, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Unseren Lamas wars recht, frisches Gras gabs ja genug, um sich die Wartezeit zu verkürzen. Ich hatte mir übrigens die Erlaubnis eingeholt, im Falle eines Falles zurückspucken zu dürfen. Glücklicherweise hab ich es aber nicht darauf ankommen lassen müssen. Deren Geschoss soll ja ziemlich grün und klebrig sein…

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Zur Dämmerung sind wir dann am Zeltplatz angekommen. Nun ja, am Platz zumindest, denn von einem Zelt war weit und breit keine Spur zu sehen. Einen Kühlschrank in Form eines vorbeifliessenden Bächleins hatten jedoch. Immerhin einem kühlen Bier Stand also nichts im Wege. Das Abendlicht entfaltete eine atemberaubende Bergkulisse, welche allerdings sehr schnell in einen Eiszapfen auf meiner Nase mutierte als die Sonne komplett unterging.

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Nachdem meiner Luftmatratze die Luft ausgegangen war, war Frühaufstehen und damit verbunden das entkommen der Wurzel, welche sich immer in meine Schulter gebohrt hatte, gar kein Problem. Diesmal liessen wir die Lamas faulenzen und machten und nur mit Rucksack und Fischerrute auf zum Sicherstellen des Mittagessens. Zu meinem Erstaunen hatten sich zwei Fische doch tatsächlich an meinen Haken verirrt. Vermutlich waren die wohl kurzsichtig. Ein Preisschild konnte ich jedoch keines entdecken und behaupte deshalb steif und fest, dass ich zwei Fische gefangen habe. Gregg hatte die gleiche Aufgabe auf gemütliche Weise erledigt und hat im Schlauchboot dösend vier beflosste Kollegen an Land gezogen. Und Alan? Der hat seine vier innerhalb von 45 Minuten im Trockenen gehabt und ist dann alleine auf Tageswanderung weitergezogen.

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Somit standen unser Mittags- und Abendmenu fest: Fisch, einmal grilliert, einmal fritiert. Mit dieser Ausbeute konnten wir also ohne schlechtem Gewissen am darauffolgenden Tag (mit noch weniger Luft in der Matratze und Koyotengesang um Mitternacht) die Heimreise antreten.

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Nachdem ich jetzt aber noch immer darauf warte, meinen ersten Bären in freier Wildbahn zu entdecken, muss ich definitiv wieder einmal in die Rockys. Vielleicht habe ich kombiniert mit einem Snowboard ja mehr Erfolg?

Sobald ich noch die Fotos meiner Arbeitskollegen habe, werde ich dies in meinem Blog bekannt geben.

Kommentare

Willst du mit dem Snowboard auf Eisbärenfang gehen oder suchst du eine Höhle? :-) Vielleicht ist es einfacher einen Stall zu finden ;-)
Es währe wahrscheinlich wirklich mal an der Zeit ein Trip nach Whistler ins Auge zu fassen. Bis 15. November gibt es Early Bird Packages (save up to 33% –> whistler.com)

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