1. Mai 2005

Als CEO im Washingtoner Hilton Hotel

hilton Sehr gefreut hatte ich mich auf diese Woche. Zum einen waren es meine ersten, wohlverdienten Ferien im Land der unbegrenzt begrenzten Möglichkeiten, zum anderen bedeutete dies, dass ich Karin nach dreimonatiger Abstinenz wiedersehen würde. Und wir hatten uns für diese eine Woche einiges vorgenommen: 3 Tage New York, 2 Tage Washington, Shopping in Lancaster und ein kurzer Abstecher in meine Bleibe in West Chester.

Nach Washington gelangt man von meinem Apartment aus in kurzweiligen zweieinhalb Stunden. So gesehen war das Verlangen nach Erholung nicht allzu gross, als wir bei unserem Hotel ankamen. Da Unterkünfte in den grossen amerikanischen Städten nicht gerade zum Billigsten gehören, haben wir, als wir unsere Bleibe von der Schweiz aus gebucht haben, für eine noch zahlbare Kategorie entschieden. Herausgekommen ist das Hilton Hotel im Herzen von Washington, ein vielversprechender Name. Entsprechend einladend war dann auch die Hotellobby, in der ich mir mit meinem knallgelben Rucksack beladen nicht so ganz hier her gehörig vorkam. Mit wichtiger Mine sind wir dann erst mal an die Rezeption in der Erwartung, freundlich bestimmt gebeten zu werden, dass nächste Mal doch bitte den Lieferanteneingang zu wählen.

Aber es kam anderst: flux unsere Namen genannt, weiteten sich die Augen des Rezeptionisten, sein Lächeln wurde breiter (wirkte aber nicht minder aufgesetzt) und er erklärte uns, dass wir zu einer Executive Suite im obersten Stock aufgewertet wurden. Dieser sei nur mit separatem Schlüssel erreichbar (den er uns daraufhin aushändigte) und da unser Zimmer leider noch nicht fertig sei, sollten wir es uns doch solange in der Executive Lounge bei kostenfreien Drinks gemütlich machen - ebenfalls im obersten Stock, versteht sich.

Das waren ja alles sehr angenehme Neuigkeiten, aber gerade wohler fühlte ich mich mit meinem Rucksack auf dem Buckel deshalb nicht gerade. Das Zimmer wurde unseren Ansprüchen natürlich mehr als gerecht, ehrlich gesagt entsprach es allerdings nicht meinen Vorstellungen einer gehobenen Behausung: es war relativ klein und allein schon die Tatsache, dass kein Kühlschrank vorhanden war, führte klar zur Abwertung.

Wie wir zu dieser Ehre kamen, bleibt wohl für immer ein Geheimnis des Reiseveranstalters, aber zu einem unvergesslichen ersten Besuch in Washington DC hat dies sicher seinen Teil beigetragen.

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